Sky gegen Microsoft: Droht das Aus für »Skype«?

Nachdem der britische Medienkonzern Sky Microsoft im vergangenen Jahr bereits die Bezeichnung »Skydrive« für seinen Cloudspeicher verbieten ließ, könnte jetzt bald auch der Online-Telefondienst »Skype« einen neuen Namen brauchen.

Microsoft muss vielleicht schon bald einen neuen Namen für Skype suchen
Microsoft muss vielleicht schon bald einen neuen Namen für Skype suchen

Im bereits seit zehn Jahren schwelenden Streit um den Markennamen »Skype« musste Microsoft, das den IP-Telefoniedienst 2011 übernommen hatte, erneut eine Niederlage einstecken. Genau wie zuvor bereits das europäische Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (HABM) gab jetzt auch das Europäische Gericht EuG in Luxemburg als Revisionskammer der Klage des britischen Medienunternehmens Sky Recht, das eine zu große Namensähnlichkeit beklagt. Das Gericht begründete dies unter anderem damit, dass die Namen sehr ähnlich geschrieben und ausgesprochen werden, da der Begriff Sky in Skype enthalten ist. Das Logo von Skype, das eine Wolke zeigt und somit Assoziationen zu Himmel (auf Englisch Sky), vergrößere die Verwechslungsgefahr noch weiter, so die Richter. Dabei wollten sie auch Microsofts Argument, dass »skypen« inzwischen sogar weltweit zum Synonym für Videotelefonie und einem festem Bestandteil des Wortschatzes vieler Sprachen geworden ist, nicht zählen lassen. Nach Ansicht des Gerichts ist Skype erst zu kurz auf dem Markt, um einen entsprechenden Schutz für die Marke beantragen zu können. Genauso wurden Microsofts Anwälte auch mit der Verteidigung abgeschmettert, die beiden Marken würden in Großbritannien bereits seit Jahren friedlich nebeneinander existieren, ohne dass es zu nennenswerten Verswechslungen gekommen sei. Diese bisherige Koexistenz ist für die Richter kein Garant, dass es nicht künftig bei anderen Produkten und Waren als dem reinen IP-Telefonieangebot zu Verwechslungen kommen könne. Schließlich hatte Skype in seinem Antrag zum Schutz des Wort- und Bildzeichens für Skype 2004 neben der Telefonie auch mögliche Produkte wie Foto-, Audio- und Videogeräte, sowie IT-Dienstleistungen, Software und Webservices genannt.

Microsoft muss jetzt innerhalb von zwei Monaten erneut Revision einlegen und dann hoffen, dass der Europäische Gerichtshof als letzte mögliche Instanz das Urteil doch noch revidiert. Sonst müsste wahrscheinlich bereits zum zweiten Mal ein gut eingeführter Produktname aufgrund einer Klage von Sky geändert werden. Noch ärgerlicher wäre dies, nachdem man gerade erst die Business-Kommunikationslösung Lync in Skype for Business umbenannt hat. Erst im vergangenen Jahr hatte Microsoft seinen Speicherdienst SkyDrive nach einer erfolgreichen Klage von Sky in OneDrive umbenennen müssen.