Matias Duarte: „iOS ist komplex und schwerfällig“

Googles Android (Bild Google / inside-handy.de)

Das britische Magazin Wired konnte Androids Chefdesigner Matias Duarte zu einem Interview bewegen, in dem er über die Zukunft von Android sowie über die Konkurrenz Auskunft gibt. Dabei blieb es allerdings nicht: Im Interview teilt Duarte ordentlich aus und machte Apples Betriebssystem iOS zum Ziel seiner Anprangerungen.

Googles Android (Bild Google / inside-handy.de)
Googles Android (Bild Google / inside-handy.de)

Während Google in der Vergangenheit immer wieder sein Design überholt hat, setzt Apple seit jeher auf Kontinuität und auf eine beständig gleiche Oberfläche. Genau dies bemängelte Matias Duarte, Android Chefdesigner, in einem Interview mit Wired und greift Apples Betriebssystem iOS ganz offen an. Die Nutzeroberfläche des Systems sei definitiv zu „komplex und schwerfällig“. Als besonders störend empfindet Duarte die fehlende Weiterentwicklung: Auch wenn Apple mit der Einführung des ersten iPhones im Jahr 2007 einen neuen Standard setzen konnte, so habe sich die Nutzeroberfläche von iOS bis heute nicht wesentlich verändert. Sie bestehe immer noch aus einem Gitter aus App Icons, was seiner Meinung nach unpraktisch bei der Skalierung sei.

Hinzu komme, dass Apple mit seinem Oberflächen-Design einen neuen Standard gesetzt habe, der auch auf andere Hersteller abfärbt. Dadurch würde der Markt bis heute ein Stück weit gelähmt und zu sehr beeinflusst werden. Für Duarte ist somit eine Veränderung bei Apple unausweichlich – schließlich sei eine Lösung, die vor vielen Jahren als optimal galt, nicht die finale Lösung für alle Zeiten. Beispielsweise solle sich der Homescreen auf verschiedene Bildschirmgrößen anpassen können.

Inwiefern Duarte seine Anprangerungen selbst in seinen und Googles Zukunftsplänen umsetzen wird, bleibt abzuwarten. Zu beachten ist auch, dass gerade das einfache Bedienkonzept von Apples iOS-System von vielen Nutzern geliebt wird.

 

Mozilla-Firefox-Browser für iOS veröffentlicht

Firefox (Bild: Mozilla)

Lange mussten iPhone- und iPad-Nutzer auf den Web-Browser mit dem roten Fuchs warten, ab heute ist es nun soweit: Der Firefox-Browser von Mozilla steht ab sofort auch für iOS im App Store von Apple zum kostenlosen Download zur Verfügung – Ein gutes halbes Jahr nachdem Mozilla bekannt gab, den Firefox-Browser nun auch für iOS entwickeln zu wollen und eine erste Beta-Phase startete.

Firefox (Bild: Mozilla)
Firefox (Bild: Mozilla)

Die Firefox-App findet sich seit dem heutigen Donnerstag im App Store von Apple zum kostenlosen Download. Von den Funktionen her umfasst sie die wichtigsten Features, die der Nutzer schon vom Webbrowser kennt wie den Privaten-Surf-Modus oder der automatischen Synchronisation, wenn man sich mit einem Firefox-Konto auf allen Geräten anmeldet, auf denen man den Mozilla-Browser in Benutzung hat. Ähnlich wie beim Safari-Browser gibt es auch auf bei der iOS-Version des Firefox-Browsers eine spezielle Lese-Funktion, die störende Elemente beim Lesen eines längeren Artikels entfernt und dem Nutzer nur den Text samt Bild ausliefert. Dieser Lesemodus kann hinsichtlich der Hintergrundfarbe und der Schriftart frei gestaltet werden.

Firefox (Bild: Mozilla)
Firefox im Apple-Store (Bild: Mozilla)

Lange hat Mozilla mit sich selbst gerungen: Eigentlich wollte man keinen mobilen Ableger des hauseigenen Browser ohne seine eigene Rendering Engine aufsetzen. Apple lässt aber genau das nicht zu und besteht darauf, dass Browser unter iOS die Apple-eigene Rendering Engine nutzen. Bei der nun kostenlos downloadbaren Firefox-App für iOS handelt es sich um eine universelle App, sie passt sich also entsprechend dem Display an, ganz gleich ob man ein iPad Air, ein iPad mini, ein iPhone 6s, ein iPhone 6s Plus oder noch ein kleines iPhone 4s nutzt.

Google Maps erhält Offline-Funktion

(Bild: Google)

Auf der Entwicklerkonferenz I/O hatte Google die Offline-Funktion für Google Maps bereits angekündigt, nun verpasst man in Redmond peu à peu seinem Kartendienst ein entsprechendes Update. In den kommenden Tagen werden immer mehr Android-Nutzer in der Lage sein, sich Kartenmaterial lokal auf ihrem Smartphone abzuspeichern, um es offline nutzen zu können.  Die iOS-Version soll „in Kürze“ folgen.

(Bild: Google)
(Bild: Google)

Was bei dem Kartendienst HERE von Nokia schon lange in über 100 Ländern möglich ist, soll nun auch bei einem der meist genutzten Navigationsdienste möglich werden. Mit dem derzeit anlaufenden Update können Nutzer von Google Maps auch ohne bestehende Internet-Verbindung nach neuen Zielen suchen, die Routenführung nutzen oder auch Informationen zu Öffnungszeiten, Telefonnummern etc. von bestimmten Orten erfragen. Dafür muss vorher lediglich der entsprechende Kartenabschnitt offline auf dem Smartphone oder Tablet abgespeichert worden sein.

Für viele Nutzer macht diese neue Funktion vor allem im Ausland Sinn. Denn auch wenn die Roaming-Kosten immer geringer werden, so fallen in diversen Ländern der Welt weiterhin sehr hohe Kosten für das mobile Internet an. Vor einem Urlaub kann so beispielsweise der Kartenabschnitt im heimischen WLAN-Netz heruntergeladen werden und anschließend unterwegs im Ausland auf diesen offline zugegriffen werden. In der aktualisierten Version von Google Maps findet sich hierfür ein Menüpunkt namens „Download“ und „Offline Areas“. Da das Update jedoch schrittweise an die Android-Nutzer verteilt wird, kann es ein paar Tage dauern, bis das Update auch auf dem eigenen Smartphone angekommen ist.

Apple und Android verdrängen Smartphone-Konkurrenz

Der Smartphone-Markt hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert. Zum einen ist er inzwischen mehr als viermal so groß wie noch 2010, und zum anderen haben Android und Apple alle anderen Plattformen inzwischen soweit verdrängt, dass man guten Gewissens von einem Duopol sprechen kann.

Während der Markt im Jahr 2010 noch relativ gleichmäßig unter vielen Anbietern aufgeteilt war, hatten Android und iOS im vergangenen Jahr einen gemeinsamen Marktanteil von mehr als 96 Prozent, wie aktuelle Zahlen von IDC zeigen. Derweil verlieren BlackBerry und Windows Phone immer weiter an Relevanz, und andere Plattformen, wie Samsungs Bada und das vor allem von Nokia Handys bekannte Symbian, sind inzwischen fast gänzlich verschwunden.

Infografik: Apple und Android verdrängen Smartphone-Konkurrenz | Statista