Moto X Force im Benchmark-Test

Moto X Force Antutu 6.0 (Bild inside-handy.de)

Anfang Dezember des vergangenen Jahres enthüllte Motorola neben seiner Smartwatch Moto 360 Sport auch das Moto X Force, das durch ein besonders bruchsicheres Display überzeugen soll. Im gleichen Monat wurde auch eine neue Version des Antutu-Benchmarks veröffentlicht. Die Redaktion von inside-handy.de hat das Moto X Force sowohl mit der alten, als auch mit der neuen Benchmark-Test-Version auf die Probe gestellt.

Moto X Force Antutu 5.7 (Bild inside-handy.de)
Moto X Force Antutu 5.7 (Bild inside-handy.de)

Das Moto X Force von Motorola wurde von inside-handy.de durch den Antutu-Benchmark geschickt – zunächst in der älteren Version 5.7. Dort konnte das noch junge Smartphone 58.984 Punkte erzielen. Mit diesem Ergebnis positioniert sich das Moto X Force gut und kann beinahe mit dem iPhone 6s Plus mithalten: Apples neuestes Gerät erzielte 59.171 Punkte. Etwa auf Augenhöhe begegnet es dem zweiten Smartphone von OnePlus, dem OnePlus 2: Mit 58.392 Punkten liegt das chinesische Gerät nur knapp hinter dem Moto X Force.

Zum weiteren Vergleich: Während das LG G4 50.373 Punkte erzielte, bekam das Mate S aus dem Hause Huawei auf 51.089 Punkte, das HTC One M9 mit 56.613 Punkten auf ein etwas besseres Ergebnis. An das Galaxy S6 von Samsung konnte das Moto X Force jedoch nicht aufschließen: Das S6 saust mit 64.258 Punkten am neuen Motorola-Smartphone vorbei.

Antutu-Benchmark 6.0

Im Test mit der neuen Antutu-Benchmark-Version 6.0 haben sich allerdings Unterschiede ergeben: Hier konnte das Moto X Force weitaus mehr Punkte absahnen: 84.460. Im Ranking des Antutu-Benchmarks lagen nur das Hauwei Mate 8 mit 92.746 Punkten sowie das Pro 5 von Meizu mit 85.652 Punkten vor dem Smartphone. Kurz hinter dem Moto X Force landete das Galaxy Note 5 mit 83.087 und das Galaxy S6 Edge mit 81.087 Punkten. Damit schneidet das noch frische Motorola-Gerät überdurchschnittlich gut ab.

Moto X Force Antutu 6.0 (Bild inside-handy.de)
Moto X Force Antutu 6.0 (Bild inside-handy.de)

Google Nexus 5X von LG im Benchmarktest

Die beiden neuen Nexus-Geräte Nexus 5X und Nexus 6P zählen zu den heißersehntesten Neuerscheinungen in der diesjährigen Vorweihnachts-Saison, handelt es sich doch um die Referenz-Implementierungen von Android-Smartphones. Während das größere Nexus 6P noch auf sich warten lässt, strampelt sich das Nexus 5X bereits wacker im Testparcours von inside-handy.de ab. Der Benchmarktest gibt bereits einen ersten Eindruck.

Die Ergebnisse des Google Nexus 5X von LG im inside-handy.de Test
Die Ergebnisse des Google Nexus 5X von LG im inside-handy.de Test

Im AnTuTu-Benchmark, der Teil des standardisierten Testparcours der inside-handy.de-Redaktion ist, erreichte LGs neuster Nexus-Spross einen Wert von 49.380 Punkten und platziert sich somit vor dem Honor 7, das im Test der Redaktion auf einen Wert von 48.641 Punkten kam und reiht sich hinter dem von Motorola gebauten Nexus 6 aus dem vergangenen Jahr ein, welches 49.744 Punkte holen konnte. Damit verfehlt das Nexus 5X knapp die 50.000er Marke, über der sich gestern mit dem Gigaset ME ein Gerät aus Deutschland einordnen konnte. Oberhalb dieser Marke liegt auch das G4, ebenfalls von LG, dass die Koreaner ebenfalls mit dem Snapdragon 808 ausgestattet haben. Trotzdem bringt es das Flaggschiff der Firma auf 50.373 Punkte und somit knapp 2.000 Punkte mehr als das Google-Gerät.

Gerüchte um das Huawei Mate 8

(Bild: weibo)

Ende November soll das Huawei Mate 8 vorgestellt werden. Letzte Woche präsentierte Huawei den neuen Prozessor Kirin 950, der möglicherweise auch im Mate 8 zu finden sein wird. PhoneArena berichtet jetzt, dass das neue Vorzeige-Smartphone die Zulassung in China erhalten hat und eine Schnellladefunktion besitzen soll. Zudem sind bei der chinesischen Website Weibo ein Benchmark und neue Teaser-Bilder aufgetaucht.

(Bild: weibo)
(Bild: weibo)

Drei Gerätenummern sind bei der chinesischen Zulassungsstelle gelistet, NXT-AL 10, NXT-CL und NXT-TL00. Wie PhoneArena berichtet, könnte es sich hierbei um drei Versionen des Huawei Mate 8 handeln.

Die Zulassungsstelle nennt keine konkreten Details zur Hardware. Eine Information, die aus der Liste hervorgehen soll ist, dass das Huawei Mate 8 möglicherweise eine Schnellladefunktion besitzt. Es soll in der Lage sein, einen Ladevorgang sowohl mit 5V/2A (10W), als auch mit 9V/2A (18W) durchzuführen. Die Angaben stimmen mit denen von Qualcomm’s QuickCharge Technologie 2.0 überein.

Erst vorgestern tauchten auf der chinesischen Website Weibo neue Teaser-Bilder und ein Benchmarktest auf. Das Ergebnis des Antutu-Benchmarktest ergab demnach eine beachtliche Leistung von 89.630 Punkten. Damit würde das Huawei Mate 8 vor dem aktuellen Spitzenmodell dem Galaxy S6 edge Plus liegen, das im Benchmarktest 68.501 Punkte erzielen konnte.

(Bild: weibo)
(Bild: weibo)

Die Ergebnisse könnten ein Hinweis darauf sein, dass das Huawei Mate 8 den neuen Prozessor Kirin 950 in sich trägt. Dennoch erscheinen die Benchmarkergebnisse außergewöhnlich hoch, als dass sie tatsächlich der Wahrheit entsprechen könnten.

Denn bisher sind dies alles nur Spekulationen. Bestätigt ist zu den technischen Details bisher nichts. Wenn das Huawei Mate 8 am 26. November präsentiert wird, wird man genaueres wissen.

Messungen bei Galaxy S5 auf ARM TechDays 2015 beweisen:

(Foto: bonninturina - fotolia)

CPU-Benchmarks in Smartphones sind wertlos

In Bestenlisten sortieren »Smartphone-Reviewer« die Geräte nach ihrer vermeintlichen Leistungsfähigkeit, die sich aus Messungen von bekannten und beliebten Benchmarks ergibt. Auf den ARM TechDays 2015 wurde nun bewiesen: Die Ergebnisse sind vollkommen ohne Aussagekraft, die Bestenlisten ein Fall für den Schredder.

(Foto: bonninturina - fotolia)
(Foto: bonninturina – fotolia)

Haben Sie schon von GeekBench, AnTuTu und Quadrant gehört? Vermutlich ja, denn diese drei CPU-Benchmarks gehören zur Grundausstattung der Reviewer, die in diversen Magazinen und auf Websites seit 2007 als „Stiftung Warentest für Smartphones“ jedes neue Gerät testen und in Bestenlisten einordnen. Je höher der Score eines CPU-Benchmarks, desto schneller der Prozessor und desto besser das Gerät für den Nutzer, lautet dabei die Devise.

Auf den ARM TechDays 2015 in London wurde dieses Klischee nunmehr an Hand eines Galaxy S5 von Samsung, dessen Herz ein hauseigener 8-Core-Exynos-Prozessor „Exynos 5 Octa 5422“ in Big.LITTLE-Konfiguration mit jeweils vier CPUs des Typs ARM Cortex-A15 (1,9 GHz) und Cortex-A7 (1,3 GHz) darstellt, entzaubert.

Die Idee bestand darin, über eine selbst aufgebaute Meßanordnung die realen Leistungsaufnahmen der einzelnen SoC-Blöcke und sonstiger Komponenten in dem Smartphone zu messen und dadurch auf die Belastungen von CPU, GPU und Speicherschnittstelle Rückschlüsse zu ziehen.

Das erste und zweite Bild der Bilderstrecke zeigen das prinzipielle Vorgehen. Die Stromversorgung jedes Blocks wird durch Kondensatoren und Spulen von Wechselstromeinflüßen gereinigt. Während man an dem Kondensator, der auf Masse liegt, die Spannung direkt messen kann, muss man für den Strom zwischen Spule und Kondensator einen Meßwiderstand einlöten, von dessen Spannungsabfall man auf den Strom rückschließen kann.

Grundsätzlicher Aufbau des Messanordnung für die Messung der Leistungsaufnahme in einem Smartphone-SoC. (Foto: ARM)
Grundsätzlicher Aufbau des Messanordnung für die Messung der Leistungsaufnahme in einem Smartphone-SoC. (Foto: ARM)

 

Über einen Messwiderstand wird auf Grund des Spannungsabfalls auf den Strom rückgeschlossen, der multipliziert mit der Versorgungsspannung die Leistungsaufnahme ergibt. (Foto: ARM)
Über einen Messwiderstand wird auf Grund des Spannungsabfalls auf den Strom rückgeschlossen, der multipliziert mit der Versorgungsspannung die Leistungsaufnahme ergibt. (Foto: ARM)

Bild 3 in der Bilderstrecke zeigt die Spannungsversorgung im Galaxy S5 im Blockschaltbild. Es sind hinreichend viele Power-Domänen verfügbar, um neben den SoC-Blöcken auch Display, Speicherschnittstelle etc. einzeln vermessen zu können.

Stromversorgung der einzelnen Blöcke des Samsung Galaxy S5. CPU, GPU, Speicher, I/Os, Display etc. können somit einzeln vermessen werden. (Foto: ARM)
Stromversorgung der einzelnen Blöcke des Samsung Galaxy S5. CPU, GPU, Speicher, I/Os, Display etc. können somit einzeln vermessen werden. (Foto: ARM)

Im folgenden Bild ist der Stromversorungs-Chip von Qualcomm nebst der ihn umgebenen Spulen und Kondensatoren zu sehen.

Bild mit eingelöteten Meßwiderständen und Kabeln zum Stecker für alle zu untersuchende Funktionsblöcke. (Foto: ARM)
Bild mit eingelöteten Meßwiderständen und Kabeln zum Stecker für alle zu untersuchende Funktionsblöcke. (Foto: ARM)

Die Verbindung zwischen diesen muss geöffnet werden, um jeweils einen Maßwiderstand einlöten zu können. Das folgende Bild zeigt das Ganze nach getaner Arbeit und die Maßkabel, die vor und hinter dem Meßwiderstand angebracht wurden.

Bild mit eingelöteten Meßwiderständen und Kabeln zum Stecker für alle zu untersuchende Funktionsblöcke. (Foto: ARM)
Bild mit eingelöteten Meßwiderständen und Kabeln zum Stecker für alle zu untersuchende Funktionsblöcke. (Foto: ARM)

Methodik und Befunde

Die Messungen wurden mit National Instruments‘ USB 6218 und der Software LabView durchgeführt, das folgende Bild zeigt den gesamten Meßaufbau.

Die Messung wird mit National Instruments' USB 6218 und der Software LabView durchgeführt. (Foto: ARM)
Die Messung wird mit National Instruments‘ USB 6218 und der Software LabView durchgeführt. (Foto: ARM)

Nun wird es spannend: Das nächste Bild in der Bilderstrecke zeigt die Messergebnisse bei realen Anwendungsszenarien wie Web-Browsen, Videos abspielen, Musik hören und Spielen. Das ausgewählte Spiel „Need for Speed“ fordert insbesondere die GPU und von allen Szenarien am stärksten auch die CPUs. Selbst die vier Cortex-A15 kommen jedoch zusammen nicht mehr auf eine durchschnittliche Leistungsaufnahme von nur 600 mW, was bedeutet, dass sie im Schnitt weit diesseits ihrer maximalen Taktfrequenz von 1,9 GHz betrieben werden. An dieser Stelle stellt sich die Frage, bei welchen Anwendungen die Rechenleistung der CPUs von High-End-SoCs überhaupt noch benötigt wird, oder ob der Wettlauf nach immer mehr Rechenleistung für den Anwender gar nicht mehr real sichtbar bzw. erlebbar wird.

Der Gesamt-Meßaufbau mit abgeklemmter Batterie, stattdessen wird die Energie von einer externen Stromversorgungseinheit zugeführt. (Foto: ARM)
Der Gesamt-Meßaufbau mit abgeklemmter Batterie, stattdessen wird die Energie von einer externen Stromversorgungseinheit zugeführt. (Foto: ARM)

Das folgende Bild in der Bilderstrecke zeigt die Messergebnisse beim Ablauf der drei oben genannten CPU-Benchmarks sowie des GPU-Benchmarks GFXBench in vier unterschiedlichen Meßszenarien.

Wie sich unschwer erkennen lässt, generieren die CPU-Benchmarks eine Rechenlast, die jenseits aller getesteten realen Anwendungen liegt, selbst ein Spiel wie „Need for Speed“ liegt um Faktoren darunter. Zwischen 2,6 und 3,7 W nehmen die acht Cortex-Cores bei den Benchmark-Messungen auf, das ist bis zu 6x mehr als beim Gaming und zeigt, dass jeweils die maximale Taktfrequenz fast durchgängig erreicht wird.

Bis auf das Spiel "Need for Speed" werden die CPUs nicht ansatzweise ausgelastet - entsprechend niedrig sind die Leistungsaufnahmen der acht Cores im Galaxy S5. (Foto: ARM)
Bis auf das Spiel „Need for Speed“ werden die CPUs nicht ansatzweise ausgelastet – entsprechend niedrig sind die Leistungsaufnahmen der acht Cores im Galaxy S5. (Foto: ARM)

Fazit: Sinnlose Speed-Tests

Beim GFXBench sieht das Ganze ungleich besser aus: Die hier generierte Rechenlast führt zu einer Leistungsaufnahme von maximal 2,5 W bei der GPU, ein Wert, der beim Spielen zwar nicht ganz, aber wenigstens ansatzweise erreicht wurde.

Die CPU-Benchmarks belasten die Cores um ein Vielfaches im Vergleich zu realen Anwendungsszenarien. Die Aussagen sind somit wertlos. (Foto: ARM)
Die CPU-Benchmarks belasten die Cores um ein Vielfaches im Vergleich zu realen Anwendungsszenarien. Die Aussagen sind somit wertlos. (Foto: ARM)

Das letzte Bild in der Bilderstrecke zeigt, in welchen Größenordnungen der Benutzer die Leistungsaufnahme des Displays steuern kann – je nach Kontrast und Helligkeit ist beim Galaxy S5 eine Bandbreite zwischen 90 mW und 1,3 W gegeben – das ist fast Faktor 15. In realen Szenarien ist damit das Display tatsächlich der größte Energiefresser, beim CPU-Benchmark ist dies dank der irrealen Core-Belastungen nicht der Fall, was das Ergebnis auch in diese Richtung verfälscht.

Je nach Display-Einstellung werden vom Galaxy S5 zwischen 90 mW und 1,3 W aufgenommen. (Foto: ARM)
Je nach Display-Einstellung werden vom Galaxy S5 zwischen 90 mW und 1,3 W aufgenommen. (Foto: ARM)

Fazit

Der höchste CPU-Benchmark-Wert zeigt tatsächlich den schnellsten Prozessor an – theoretisch. Für den Kunden eines Smartphones sind diese Scores jedoch wertlos, da selbst beim Gaming der CPU-Workload nicht ansatzweise die Rechenleistung ausnutzt, welche die Cores bereitstellen. Ob ein GeekBench-Ergebnis 1.500 Punkte, 1.200 oder 1.400 Punkte ausweist – es spielt schlichtweg im Alltagsbetrieb keine Rolle mehr. Eine Bestenliste auf Grund von Benchmark-Scores aufzustellen, ist daher der falsche Ansatz. Sinn könnte eine stärkere CPU nur unter dem Gesichtspunkt der Energieeffizienz machen: Kann sie einen Workload schneller abarbeiten und damit schneller in den Sleep-Mode zurückgehen, könnte die verbrauchte Energie (Leistungsaufnahme x Zeit) geringer sein als bei einer CPU, die länger im aktiven Modus läuft. Dies hängt jedoch von der Rechenleistung/W der CPU-Architektur ab und nicht von Benchmark-Werten, die ausschließlich die Rechenleistung berücksichtigen.

Wichtiger wäre eine Sortierung der Smartphones nach Energieeffizienz, d.h. welches Gerät arbeitet einen definierten Workload mit der geringsten Energie ab. Dafür müsste die Reviewer-Gemeinde statt Benchmark-Apps in mühsamer Lötarbeit jedoch den gezeigten Meßaufbau nachbauen. Ob dieser Aufwand zukünftig betrieben werden wird? Wir haben unsere Zweifel.